Gesten als Körpertechniken des Entwurfs

 

Raumgreifende Gesten und ihr Erkenntnis- und Darstellungspotenzial im Entwurfskontext der Architektur stehen im Mittelpunkt dieser Untersuchung. Die Rolle des Körpers in der Wahrnehmung und Konzeption realer Räume wird mit Blick auf die Neuen Medien in den Fokus der Betrachtung gestellt und das Potential der dreidimensional zeichnenden im Raum bewegenden Hand erforscht. Dabei geht es nicht darum, Gesten als Input für gestenbasierte Schnittstellen, d. h. sozio-technische Systeme, einzusetzen, sondern die körperliche und räumliche Verankerung des Zeichners für den Entwurfsprozess fruchtbar zu machen und Raumvorstellung und Raumartikulation über einen körperlichen Einsatz zu provozieren. Da Gesten zu den natürlichen Medien zählen und weniger bewusst erzeugt werden als lautsprachliche Äußerungen oder gar sorgfältig erstellte Zeichnungen, können sie, so die These, wertvolle Einblicke in das dynamische Zusammenspiel von kognitiven, emotionalen und kreativen Prozessen eröffnen. Redebegleitete beschreibende, wie auch erste Entwurfsideen vorantreibende Gesten werden hier analog zu tradierten Papierskizzen als Körpertechniken des Entwerfens verstanden. Aus dieser Zusammenführung entstehen kontemplative und projektive Gesten als mögliche neue methodische Varianten tradierter Techniken. Sie werden als unmittelbare Entwürfe verstanden, welche innere Bilder nicht einfach wiedergeben, sondern wie andere Medien einen maßgeblichen Anteil an Abstraktions-, Kodierungs- und Assoziationsprozessen haben.

Beteiligte Mitarbeiter
Hannah Groninger

Kategorie
Forschungsprojekt

Verantwortliche Lehreinheit
Lehrstuhl für Bildnerische Gestaltung

Laufzeit
offen

Finanzieller Umfang
Bisher ca 10.000€

Auftraggeber
Hannah Groninger, Univ-Prof. Thomas H. Schmitz

Projektpartner
Prof. Irene Mittelberg
NaturalMediaLab
SignGes Zentrum (HumTec)
Prof. Torsten Kuhlen (Virtual Reality Group)

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