Transfer - Bauten von Migranten in der Bundesrepublik

 

Die Geschichte der Architektur ist eine Geschichte des Transfers. Architektur ist ohne Migration nicht denkbar.

Menschen, die nach Deutschland immigrieren bringen das Bedürfnis nach kulturspezifischen räumlichen Programmen und Typologien mit, die es zuvor in Deutschland nicht gegeben hat. Typologien entstehen in einer konkreten räumlichen Morphologie und einem spezifischen sozialen Kontext in einem spezifischen Zeitraum. Beim Transfer in einen neuen Kontext kommt es zu einer Selektion typologierelevanter räumlicher Prinzipien. Diese werden beim Einfügen in einen neuen Kontext transformiert, der Prozess der Verhandlung dieser Prinzipien, Elemente und Muster führt zu neuen räumlichen Manifestationen. Es entstehen neue Typologien.

Die so geschaffenen Räume sind translokal, multikontextuell und hybrid. Hinduistische Tempel, türkische Hochzeitssäle, Gurdwaras, Shisha Bars, Afro-Shops, Moscheen, englische Schulen, Sihk-Tempel, Kahvehanes und amerikanische Militärstützpunkte in Deutschland zeigen als Prototypen zweierlei – den Prozess der Entstehung von Typologie und den Prozess der Verhandlung räumlicher Prinzipien.

TRANSFER untersucht Bauten von Migranten in der Bundesrepublik Deutschland. Diese sind bisher weder in der Breite phänomenologisch erfasst, noch typologisch beschrieben worden. TRANSFER wird ein typologisches Tafelwerk dieser Bauten erstellen.

Autoren
Prof. Anne-Julchen Bernhardt
Anna Weber
Bruno Röver

Kategorie
Forschungsprojekt

Verantwortliche Lehreinheit
Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens

Laufzeit
2,5 Jahre, einreichung voraussichtlich April 2015

Finanzieller Umfang
ca. 100.000,- €

Auftraggeber
in Antragsstellung bei der DFG, Erstantrag

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