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Die Medizintechnik nimmt als Anwendungsgebiet der Mikrosystemtechnik eine immer wichtigere Rolle ein. Im Rahmen von zwei Projekten entwickelt das IWE 1, in enger Zusammenarbeit mit anderen Hochschulinstituten und der Industrie, implantierbare Bluckdrucksensoren zur Langzeitüberwachung.
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Abb. 1: Geplante Plazierung der Herzkapsel in der Lunge des menschlichen Körpers
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Das Hyper-IMS-Projekt
Allein in Deutschland leiden etwa 10 Millionen Personen an Bluthochdruck (Hypertonie). Bei etwa 10% dieser Betroffenen lässt sich der Blutdruck nur sehr schwer einstellen, von dieser Gruppe wiederum sind ca. 10% Kandidaten für ein Langzeitmonitoring. Im Rahmen dieses Projektes wird ein neuartiges implantierbares Überwachungssystem entwickelt, das eine quasi-kontinuierliche Blutdruck-, Pulsraten- und Körpertemperaturüberwachung dieser Patienten über einen Zeitraum von sechs Monaten ermöglicht.
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Das Herzkapsel-Projekt
Im Rahmen dieses Projektes soll eine telemetrische Druckmesskapsel entwickelt und erprobt werden, für die Dauerüberwachung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz. Mit Hilfe dieser Kapsel wird der präkapilläre Pulmonalatteriendruck erfasst, der in guter Näherung dem Druck im linken Vorhof entspricht. Eine signifikante Druckerhöhung ist ein sicherer Indikator für eine beginnende Herzinsuffizienz. Extrakorporal ist dieser Druck nicht zu erfassen und so kann dieses Implantat bei Risikopatienten ein hervorragendes Mittel zur Früherkennung werden.
Telemetrie und Verkapselung
Die Energieeinkopplung und die Datenauskopplung werden bei beiden Projekten telemetrisch realisiert, damit das gesamte System vollständig implantiert wird und nicht, wie bei anderen Systemen, eine medizinisch relevante Einstichstelle frei bleiben muss. Nach der Zeit von sechs Monaten kann das Implantat wieder entfernt werden. Neben der eigentlichen Sensorik und der Telemetrie ist insbesondere die biokompatible und langzeitstabile Verkapselung dieser Implantate von entscheidender Bedeutung. Das IWE 1 wird in diesem Bereich auf seine langjährige Erfahrung zurückgreifen und neben der Suche nach immer besseren Werkstoffen für diese Art der Verkapselung die Formgebung der Systeme optimieren. Auf Grund von Vorprojekten sind die Randparameter getestet, die nun optimiert werden können.
Holger Fassbender
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